Globaler Norden – globaler Süden

Von der Dritten Welt…

Zur Zeit des Kalten Kriegs konnte die gesamte Welt in Blöcke eingeteilt werden. Der erste Block, die Länder der ersten Welt umfasste die heutigen Industrienationen des sogenannten Westens (vor allem USA, Europa). Den zweite Block, die zweite Welt, stellten die realsozialistischen Länder dar (vor allem UdSSR, Nordkorea). Die Dritte Welt bestand aus den wenigen „blockfreien“ Staaten. Nach Beendigung des Kalten Krieges wurde der Begriff dennoch weiterverwendet, da er sich als Ausdruck für besonders arme Staaten durchgesetzt hatte.

… über Entwicklungsländer…

Der Begriff der „Dritten Welt“ ist mittlerweile jedoch stark umstritten, da „Dritte Welt“ laut den Kritikern die betroffenen Länder als „drittklassig“ kennzeichnen würde. Ebenso argumentieren die Kritiker im Bezug auf den heute häufiger gebrauchten Begriff der „Entwicklungsländer“, da Entwicklung für einen positiven Prozess stehe, an dessen Ende der Status der Industrienationen steht. Dies beinhaltet jedoch die Grundannahme, von „besseren, zu Ende entwickelten“ Nationen des Westens. Aus dieser Perspektive ist auch der Begriff „Entwicklungspolitik“ umstritten und wird heute in vielen fachlichen Publikationen mit „Entwicklungszusammenarbeit“ ersetzt.

…zum globalen Süden

Statt Entwicklungsland oder Dritte Welt benutzen wir hier die neueren Begriffe des globalen Nordens (Industrienationen) beziehungsweise Südens (ehemalige Entwicklungsländer). Da die einen vornehmlich auf der nördlichen Halbkugel, die anderen in der südlichen Hemisphäre angesiedelt sind, wurden die Begriffe als neutralere Bezeichnungen gewählt. Allerdings umfasst der globale Norden nicht den gesamten geografischen Norden, sondern muss wirklich als die reicheren industrialisierten Gebiete verstanden werden, wohingegen der globale Süden sinngemäß die ärmeren (Entwicklungs-)länder bezeichnet.

Merkmale von Ländern/Gebieten des globalen Südens:
– geringere industrielle Entwicklung
– Verschuldung
– hohe Ungleichheit, höherer Armutsanteil
– geringerer Bildungsgrad, geringere Lebenserwartung
– koloniale Erfahrung

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2 Antworten zu “Globaler Norden – globaler Süden

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